Glossar

ADHS

Damit Personen mit der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) diagnostiziert werden, muss eine Zeitspanne von zumindest sechs Monaten vorliegen, in der es zu Symptomen von Unaufmerksamkeit und/oder ungewöhnliche Ausmaßen von Hyperaktivität und Impulsivität kommt.

Wenn du das Gefühl hast, du könntest ADHS haben, wende dich an deine:n Hausärzt:in, an eine:n Psychiater:in oder eine:n Psychotherapeut:in. Selbstdiagnosen sind gefährlich, da sie oft falsch sind und du somit nicht zu der notwendigen, richtigen Behandlung kommst. Hier findest du Hilfe.

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Angst

Angst ist ein Grundgefühl, das aufgrund von gefährlichen oder unangenehmen Ereignissen eintreten kann und sich in Sorge, Stress oder somatischen Anzeichen von Anspannung äußert. Bis zu einem gewissen Maß ist Angst ein gesundes Gefühl, dass Menschen zu wichtigen Verhaltensweisen im Alltag bewegt.

Allerdings können Ängste auch krankhafte Ausmaße annehmen. In vielen Fällen ist beispielsweise von einer Angststörung zu sprechen.

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Angststörung

Gegensätzlich zu gesunden Angstgefühlen umfassen Angststörungen extreme Ängste und Störungen im Verhalten der erkrankten Person. Die Symptome sind dabei derart ausgeprägt, dass sie zu ernsthaften Stressgefühlen und einer Beeinträchtigungen im alltäglichen Handeln führen. Im Englischen wird zwischen den Begriffen ‘anxiety’ und ‘fear’ unterschieden. Dabei bezieht sich ‘anxiety’ auf zukunftsorientierte Ängste und ‘fear’ auf gegenwärtige Gefahren. Im Deutschen gibt es diese unterschiedlichen Begriffe nicht. Beide Angstformen können innerhalb einer Angststörung auftreten.

Angststörungen können unterschiedliche Formen, wie beispielsweise generalisierte Angststörungen, spezielle Phobien, Platzangst oder Panikstörungen, annehmen. Wo eine Angststörung eingegliedert wird, unterscheidet sich beispielsweise danach, was die Angst triggert.

Wenn du das Gefühl hast, du könntest von einer Angststörung betroffen sein, wende dich an deine:n Hausärzt:in, eine:n Psychiater:in oder ein:e Psychotherapeut:in. Selbstdiagnosen sind gefährlich, da sie oft falsch sind und du somit nicht zu der notwendigen, richtigen Behandlung kommst. Hier findest du Hilfe.

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Antidepressiva

Antidepressiva sind Psychopharmaka, also Medikamente, die auf die Stimmung und den Antrieb eines Menschen einwirken. Sie werden zur Behandlung von Depressionen angewendet. Oft werden sie aber auch in anderen Bereichen eingesetzt: bei Angst- und Zwangsstörungen, bei Panikattacken, Schlafstörungen oder PMS, bei Essstörungen oder chronischen Schmerzen.

Du willst mehr über Antidepressiva wissen? In diesem Beitrag haben wir einen Überblick über Antidepressiva erstellt. Noch umfassendere Informationen findest du in unserer Recherche zu unserem Antidepressiva-Schwerpunktthema.

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Autismus (/Autismus-Spektrum-Störungen)

Während Fachleute oftmals von einer Entwicklungsstörung sprechen, wehren sich einige Autist:innen gegen ein negatives Bild der Diagnose. Sie empfinden Autismus als eine Variante menschlichen Wahrnehmens, Fühlens und Denkens, die neurologisch bedingt ist. 

Ein Merkmal von Autismus ist eine geringere Filterfunktion, wobei mehr Sinnesreize das Bewusstsein erreichen. Bestimmte Situationen können dadurch überfordernd sein. Während sich neurotypische Menschen soziale Kompetenzen, die in der Mehrheitsgesellschaft als „normal“ gelten, meist unterbewusst aneignen, müssen autistische Menschen solche nonverbale und soziale Regeln ähnlich einer Fremdsprache erlernen.

Autismus ist keine Krankheit und befindet sich auf einem Spektrum. Sind die Merkmale weniger stark ausgeprägt fallen sie dem Umfeld der autistischen Person oder der autistischen Person selbst oft sehr spät auf. Die Diagnose wird dann erst im Jugendlichen- oder Erwachsenenalter gestellt.

Quelle: autismus deutsche schweiz. 2019. Autismus-Spektrum-Störungen. 4. Auflage. Zürich. https://www.autismus.ch/uploads/pdfs/downloads/ads_ASS-Broschuere_102019.pdf

Beruhigungsmittel

Als Beruhigungsmittel werden Arzneimittel benannt, die eine beruhigende oder aktivitätsdämpfende Wirkung haben. Zu ihnen zählen beispielsweise Benzodiazepine oder Tranquilizer. Beruhigende Medikamente können zur Abhängigkeit führen, deshalb ist bei ihrer Einnahme Vorsicht geboten – sie sollte auch nie ohne ärztliche Verschreibung eingenommen werden.

Bipolare Störung

Eine bipolare affektive Störung umfasst zumindest zwei Episoden, während welcher Stimmung und Aktivitätsniveau der erkrankten Person auffallend beeinträchtigt sind. Diese beiden Episoden sind einerseits die Manie oder Hypomanie, in der die Stimmung gehoben ist und die Person mehr Antrieb und Aktivität aufweist, und andererseits die Depression, in der die Stimmung gesenkt ist und die Person weniger Antrieb und Aktivität aufweist.

Wenn du das Gefühl hast, du könntest von einem Burnout betroffen sein, wende dich an deine:n Hausärzt:in, eine:n Psychiater:in oder ein:e Psychotherapeut:in. Selbstdiagnosen sind gefährlich, da sie oft falsch sind und du somit nicht zu der notwendigen, richtigen Behandlung kommst. Hier findest du Hilfe.

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Borderline

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist ein psychiatrisches Krankheitsbild, bei dem es zu Impulisivität und Instabilität von Emotionen und Stimmung, von Identität und sozialen Beziehungen kommt. Borderline ist eine besonders stigmatisierte Diagnose.

Wenn du das Gefühl hast, du könntest von Borderline betroffen sein, wende dich an deine:n Hausärzt:in, eine:n Psychiater:in oder ein:e Psychotherapeut:in. Selbstdiagnosen sind gefährlich, da sie oft falsch sind und du somit nicht zu der notwendigen, richtigen Behandlung kommst. Hier findest du Hilfe.

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Burnout

Erfährt eine Person über einen längeren Zeitraum übermäßig Stress in der Arbeit, kann sie ein Burnout erleben. Dann fühlt sie sich erschöpft und energielos. Sie kann sich distanziert zu ihrer Arbeit fühlen und negative oder zynische Gefühle und Gedanken bezüglich ihrem Arbeitsalltag haben. Außerdem fühlen sich Betroffene eines Burnouts oft, als wäre ihr Handeln wirkungslos und als würden sie ohnehin nichts erreichen, egal wie sehr sie sich bemühen.

Wenn du das Gefühl hast, du könntest von einem Burnout betroffen sein, wende dich an deine:n Hausärzt:in, eine:n Psychiater:in oder ein:e Psychotherapeut:in. Selbstdiagnosen sind gefährlich, da sie oft falsch sind und du somit nicht zu der notwendigen, richtigen Behandlung kommst. Hier findest du Hilfe.

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Care Arbeit

Care-Arbeit, oder auch Sorgearbeit genannt, umfassen Tätigkeiten des Sorgens und Kümmerns. Das umfasst Kinderbetreuung und Pflege älterer Menschen, familiäre Unterstützung, Haushalt oder Unterstützung unter Freund:innen. Diese Arbeiten werden überwiegend von Frauen geleistet und als unbezahlte Hausarbeit gesellschaftlich als selbstverständlich angesehen. Sie sind gesellschaftlich jedoch notwendig, um gegenständige Verhältnisse aufrecht zu erhalten und die Arbeitsfähigkeit der Menschen zu ermöglichen. Deshalb wird in der Soziologie auch von reproduktiven Tätigkeiten gesprochen, deren Anerkennung und Entlohnung oft gefordert wird.

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Content Creator

Content (=Inhalt), Creator (=Ersteller:in)

Ein:e Content Creator erstellt Online-Inhalte für eine bestimmte Zielgruppe. Content Creators arbeiten in Marketingabteilungen oder sie produzieren selbstständig Inhalte. Ein:e Privatperson, die regelmäßig Inhalte auf sozialen Medien publiziert, kann auch als Content Creator:in verstanden werden. 

Depression

Expert:innen unterscheiden zwischen unterschiedlichen Diagnosen, die mit Depressionen zusammenhängen (depressive Episoden, wiederkehrende depressive Episoden usw.). Was ihnen gemeinsam ist, ist die depressive Stimmung und der Verlust von Freude. Menschen, die depressiv sind, fühlen sich beispielsweise traurig, reizbar oder leer. Oft gehen aber auch andere Symptome damit einher, die es dem erkrankten Menschen schwierig machen, im Alltag wie gewohnt zu funktionieren. Einige Menschen fühlen sich hoffnungslos, müde oder wertlos. Manchmal sind auch suizidale Gedanken Merkmale einer Depression. Diese Symptome können allerdings unterschiedlich ausfallen.

Etwa 280 Millionen Menschen sind laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von Depressionen betroffen. Alleine in Österreich haben laut Gesundheitsministerium 7,5 % der Frauen und 3,9 % der Männer die Diagnose Depression erhalten. Suizid ist die zweithäufigste Todesursache junger Menschen.

Wenn du das Gefühl hast, du könntest depressiv sein, wende dich an deine:n Hausärzt:in, an eine:n Psychiater:in oder eine:n Psychotherapeut:in. Selbstdiagnosen sind gefährlich, da sie oft falsch sind und du somit nicht zu der notwendigen, richtigen Behandlung kommst. Hier findest du Hilfe.

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depressive Episode

Eine depressive Episode ist ein vorübergehender Zeitraum, in dem sich ein Mensch depressiv  fühlt. Sie kann mild, mittelgradig oder schwer ausfallen. Sie kann ein einziges Mal oder auch wiederkehrend auftreten. Damit eine depressive Episode diagnostiziert wird, muss die Phase über mindestens zwei Wochen anhalten und den Großteil eines Tages einnehmen.

Menschen in depressiven Phasen haben oft Schwierigkeiten sich zu konzentrieren, sie fühlen sich wertlos, hoffnungslos oder schuldig. Manche verlieren ihren Appetit oder können nicht schlafen, sind müde oder energielos. Auch suizidale Gedanken können vorkommen.

Wenn du das Gefühl hast, du könntest depressiv sein, wende dich an deine:n Hausärzt:in, an eine:n Psychiater:in oder eine:n Psychotherapeut:in. Selbstdiagnosen sind gefährlich, da sie oft falsch sind und du somit nicht zu der notwendigen, richtigen Behandlung kommst. Hier findest du Hilfe.

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Diagnose

Eine Diagnose bezeichnet eine Feststellung einer körperlichen oder psychischen Erkrankung. Die Feststellung sollte durch eine:n Ärzt:in passieren. Selbstdiagnosen sind gefährlich, da sie reale Erkrankungen oft nicht erfassen und einer sinnvollen Behandlung im Weg stehen.

Essstörung

Essstörungen charakterisieren sich durch Essgewohnheiten, die den gesunden Rahmen brechen und nicht durch andere Gesundheits- und Entwicklungskonditionen oder kulturelle Gegebenheiten erklärt werden können. Essstörungen umfassen zusätzlich Bedenken bezüglich Körpergewicht und Körperform.

Wenn du das Gefühl hast, du könntest eine Essstörung haben, wende dich an deine:n Hausärzt:in, an eine:n Psychiater:in oder eine:n Psychotherapeut:in. Selbstdiagnosen sind gefährlich, da sie oft falsch sind und du somit nicht zu der notwendigen, richtigen Behandlung kommst. Hier findest du Hilfe.

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Gender Dysphorie

Gender Dysphorie ist ein Gefühl, das vor allem nichtbinäre und trans Personen erleben. Es ist ein Gefühl von körperlichem oder sozialem Unwohlsein. Manche Personen empfinden Dysphorie, wenn ihre Umwelt sie in einem falschen Geschlecht wahrnimmt, oder wenn ihre eigenen Vorstellungen von ihrem Geschlecht nicht zu ihrem eigenen Aussehen, zu ihrem Auftreten und ihren Handlungen passen. Diese Erfahrung hängt eng mit dem Druck und den Erwartungen der Gesellschaft zusammen.

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Gender Euphorie

Gender Eurphorie ist das Gefühl, das nichtbinäre und trans Personen empfinden, wenn ihre Geschlechtsidentität von außen bestätigt wird. Das geschieht beispielsweise, indem die richtigen Pronomen verwendet werden. Gender Euphorie kann als Gegenstück zu Dysphorie gesehen werden.

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Gesundheitspsycholog:in

Gesundheitspsycholog:innen haben nach dem Psychologiestudium eine vertiefende Ausbildung absolviert. Dadurch dürfen sie Analysen und Gutachten ausstellen, die der psychischen Gesundheit dienen. Sie dürfen auch Beratungstätigkeiten anbieten. Diese können sich an Einzelpersonen, aber auch beispielsweise an Unternehmen richten.

Gesundheitspsycholog:innen bieten keine Gesprächstherapie an. Du kannst jedoch zu ihnen gehen, um dich beraten zu lassen. Das ist beispielsweise auch präventiv, also bevor es überhaupt zu einer Erkrankung kommt, sinnvoll.

Halluzination

Halluzinationen sind Wahrnehmungen, in denen etwas als wahr erscheint, das in der Realität gar nicht passiert. Es kommt zu realen Sinneseindrücken, während eigentlich gar kein entsprechender äußerer Reiz stattfindet. Beispielsweise sieht sich jemand etwas tun, obwohl er:sie es in Wahrheit gar nicht tut oder er:sie hört Geräusche, die in der Realität gar nicht vorhanden sind. Halluzinationen können das Sehen, Fühlen, Riechen, Schmecken und Hören gleichermaßen betreffen.

Halluzination können Symptome  unterschiedlichster Krankheitsbilder sein. Wenn du das Gefühl hast, Halluzinationen zu erleben, wende dich an eine:n Hausärzt:in oder eine:n Psychiater :inHier findest zu zusätzlich Beratung.

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Histrionische Persönlichkeitsstörung

Die histrionische Persönlichkeitsstörung kennzeichnet sich durch egozentrisches, dramatisch-theatralisches, manipulatives und extravertiertes Verhalten. Typische Symptome sind extremes Streben nach Beachtung, übertriebene Emotionalität und eine Inszenierung sozialer Interaktion. Das Konzept entstammt jenem der Hysterie, das aufgrund seiner abwertenden Charakteristik heute abgelehnt wird. Der Begriff „histrionisch“ erzielt eine Distanzierung von jenem der Hysterie.

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Hochsensibilität

Hochsensible Menschen besitzen eine höhere Empfänglichkeit für äußere wie innere Reize. Hochsensibilität ist ein Persönlichkeitsmerkmal und im internationalen Klassifikationsschema für medizinische Diagnosen, ICD 10, nicht angeführt. Hochsensibilität ist somit keine Diagnose.

Quelle: Stangl, Werner. 2022, 6. Juni. „Hochsensibilität.“ Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.

Hysterie

Hysterie ist ein veralteter Begriff für Krankheitsbilder, die heute somatoforme Störung, Konversionsstörung, dissoziative Störung und histrionische Persönlichkeitsstörung genannt werden.

Der Begriff Hysterie entstammt dem altgriechischen Wort Gebärmutter und wurde laut der Wissenschaftshistorikerin Karen Nolte dazu verwendet, Frauen systematisch den Zugang zu Bildung und Positionen in der Öffentlichkeit zu verwehren.

Meltdown

Meltdowns im Autismus bezeichnen die willkürliche Entladung innerlichen Drucks, der durch äußere Reize oder Emotionen entstanden ist. Ein Meltdown kann sich unter Anderem durch Schreien, Weinen, Hyperventilieren, Treten oder dem Werfen von Dingen äußern.

Quellen:

Mental Load

Mental Load bezeichnet die Belastung, die durch die Organisation jener Alltagsaufgaben, die gesellschaftlich oft unsichtbar bleiben, entstehen. Dazu zählen beispielsweise Kinderbetreuung, Haushalt und Bedürfniserfüllung. Nach Walzer (1998) wird die Arbeit rund um diese Alltagsaufgaben als freiwillige Arbeit betrachtet, die kostenlos und aus Liebe zur Familie geleistet wird. Aufgrund traditioneller Rollenvorstellungen leisten jedoch vor allem Frauen diese Arbeit.

Hier kannst du dich weitergehend informieren:

  • Dean, L. et al. 2021. The mental load: building a deeper theoretical understanding of how cognitive and emotional labor overload women and mothers. In: Community, Work & Family. 25:1, 13-29.
  • Klaus Grawe Institut. 2021. Mental Load. Was ist das?
  • Walzer, S. 1998. Thinking about the baby: Gender and transitions into parenthood. Temple University Press.

Mikroagression

Mikroagressionen sind Äußerungen der alltäglichen Kommunikation, die als übergriffig wahrgenommen werden (Pierce 1970). Sie umfassen Demütigungen und Herabsetzungen und können psychische Folgen haben.

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Neurodivergenz

Eine Mehrheit der Menschen besitzt solche neurokognitiven Funktionen, die in der Gesellschaft am häufigsten vorkommen, sodass sie als Standard, ‘Norm’, oder auch neurotypisch gelten. Menschen, deren neurokognitive Funktionen von dieser Norm abweichen, werden oft als neurodivergent bezeichnet oder bezeichnen sich selbst so. 

Der Begriff Neurodivergenz wurde im Jahr 2000 von Kassiane Asasumasu, einer Neurodiversitätsaktivistin, geprägt. Unter die Bezeichnung Neurodivergenz fallen unter Anderem ADHS, Autismus, Dyskalkulie, Dyslexie und Dyspraxie. Diese Diagnosen werden am häufigsten mit dem Begriff assoziiert. Asasumasu betont, dass die Bezeichnung alle Menschen inkludieren soll, die als von der Norm abweichend gelten. Dazu zählt sie auch Personen mit MS (multipler Sklerose), Parkinson, Zerebralparese, Dyspraxie und diversen psychischen Erkrankungen. Auch Persönlichkeitsstörungen und erworbene neurokognitive Eigenschaften, also Denk- und Wahrnehmungsweisen, die nicht angeboren und zum Beispiel durch Gehirnverletzungen entstehen, sind laut Asasumasu Neurodivergenzen.

Quellen:

Neurodiversität

Ein einzelner Mensch kann neurodivergent sein. Eine Gruppe aus neurodivergenten und neurotypischen Menschen ist neurodivers. Der Begriff Neurodiversität beschreibt also eine neurokognitive Vielfalt. 

Die Bezeichnung wurde von der australischen Soziologin Judy Singer in den späten 1990er Jahren geprägt. Mitte der 1990er Jahre bildeten sich aktivistische Organisationen, erstmals geführt von autistischen Menschen, die sich auch heute noch für mehr Bewusstsein für Autismus einsetzen und gegen Vorurteile, Ausgrenzungen und Misshandlungen von autistischen Menschen kämpfen. Judy Singer vermutete, dass sich bald weiteren Bündnisse zwischen diversen neurodivergenten Menschen bilden würden und wollte dieser neuen sozialen Bewegung einen Namen geben – die Neurodiversitätsbewegung. Diese setzt sich für soziale Gerechtigkeit, Bürgerrechte, Gleichberechtigung, Respekt und die vollständige gesellschaftliche Integration von neurodivergenten Menschen ein.

Quelle: Singer Judy. „What is Neurodiversity?“ Reflections on Neurodiversity. 

Neurokognition

Die neurokognitive Wissenschaft beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen den Vorgängen die in unserem Nervensystems stattfinden und den Gehirnfunktionen die dafür verantwortlich sind, wie wir Informationen lernen, speichern und abrufen. 

Das Nervensystem ist für die Verarbeitung von Sinneseindrücken zuständig – was wir hören, sehen, fühlen. Der Begriff kognitiv (vom lateinischen Wort cognoscere – wissen, erkennen) bezeichnet Funktionen des Menschen, die mit Wahrnehmung, Lernen, Erinnern, Denken und Wissen in Zusammenhang stehen. Zu den kognitiven Fähigkeiten zählen unter anderem Aufmerksamkeit, Erinnerung, Lernen, Kreativität, Planen, Orientierung, Vorstellungskraft oder Wille.

Quelle: öffentliches Gesundheitsportal Österreich. kognitiv. https://www.gesundheit.gv.at/lexikon/k/lexikon-kognitiv

Neurolog:in

Neurolog:innen sind Ärzt:innen, die auf die Bereiche des Nervensystems und der Muskulatur spzialisiert sind. Dazu zählt auch das Gehirn, das Rückenmark und die peripheren Nerven.

Nichtbinär

Menschen, die sich nicht (vollkommen) als Mann oder Frau identifizieren, bezeichnen sich als nichtbinär. Das bedeutet, dass sie sich entweder als beides gleichzeitig oder weder als männlich, noch weiblich oder zwischen männlich und weiblich identifizieren.

Panikattacken

Panickattacken sind Reaktionen des Körpers, die plötzlich und zeitlich begrenzt auftreten und alarmierend wirken. Sie gehen mit Angst und weiteren Symptomen einher. Zu diesen Symptomen zählen Engegefühle in der Brust, das Gefühl einer drohenden Ohnmacht, Angst zu sterben, Zittern, Übelkeit, Hyperventilation, Hitzewallungen und viele mehr. Treten Panickattacken immer wieder auf, handelt es sich oft um eine Panikstörung.

Wenn du das Gefühl hast, du könntest von Panikattacken betroffen sein, wende dich an deine:n Hausärzt:in, eine:n Psychiater:in oder ein:e Psychotherapeut:in. Selbstdiagnosen sind gefährlich, da sie oft falsch sind und du somit nicht zu der notwendigen, richtigen Behandlung kommst. Hier findest du Hilfe.

Hier kannst du dich weitergehend informieren:

Posttraumatische Belastungsstörung

Nach sehr bedrohlichen oder erschreckenden Geschehnissen, können Menschen eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) entwickeln. Dabei kann das traumatische Erlebnis in Form von intensiven Erinnerungen, Flashbacks oder Albträumen wieder erlebt werden, wobei es zu extremen Emotionen, Angst oder körperlichen Symptomen kommen kann. Die erkrankte Person kann auch große Bemühungen aufzeigen, Erinnerungen und Gedanken an das traumatische Erlebnis zu vermeiden oder immer wieder bedrohliche Eindrücke erleben, bei denen es beispielsweise zu extremen Reaktionen auf plötzliche Geräusche kommen kann. Die genannten Symptome halten für mindestens einige Wochen an und beeinträchtigen den Alltag der Person.

Hier kannst du dich weitergehend informieren:

Psychiater:in

Psychiater:innen sind Ärzt:innen. Sie haben Medizin studiert und sich auf psychische Gesundheit spezialisiert. Sie dürfen therapeutische Gespräche führen, Medikamente verschreiben, Patient:innen körperlich untersuchen und sie in eine Klinik überweisen.

Du bist bei Psychiater:innen dann an der richtigen Stelle, wenn du das Gefühl hast, in deinem psychischen Wohlbefinden beeinträchtigt zu sein. Du kannst dich von Psychiater:innen beraten lassen und dir Behandlung verschreiben lassen. Wenn du dich mit der verschriebenen Behandlung nicht wohl fühlst oder dich nicht ernstgenommen fühlst, kannst du deine:n Psychiater:in einfach wechseln und dir bei einer:einem anderen Psychiater:in eine Zweitmeinung holen.

Psycholog:in

Psycholog:innen haben Psychologie studiert. Ohne zusätzliche Ausbildung sind sie weder Psychiater:innen noch Psychotherapeut:innen. Manche Psycholog:innen arbeiten in der Wissenschaft, andere in unternehmerischen Personalabteilungen, wieder andere in beraterischen Tätigkeiten. Sie dürfen weder Therapie noch Medikamente anbieten.

→ siehe auch Gesundheitspsycholog:innen

Psychopharmaka

Psychopharmaka sind Medikamente, die auf die Psyche einwirken, um eine Verbesserung des psychischen Wohlbefindens zu erzielen. Sie wirken auf die Botenstoffe des Gehirns ein. Psychopharmaka werden in die folgenden Gruppen unterteilt:

  • Antidepressiva
  • Hypnotika
  • Neuroleptika
  • Tranquilizer
  • Antiepileptika
  • Psychostimulantien

Psychotherapeut:in

Psychotherapeut:innen haben eine mehrjährige Ausbildung absolviert, aber sie haben in der Regel nicht Medizin studiert und sind daher keine Ärzt:innen. Psychotherapeut:innen dürfen die Psyche mit Verfahren wie beispielsweise der Gesprächstherapie oder anderen Methoden der Psychotherapie behandeln. Im Gegensatz zu Psychiater:innen dürfen sie keine Medikamente verschreiben.

Psychotherapie

In einer Psychotherapie wird die Psyche eines Menschen behandelt. Dazu zählen verschiedene Verfahren, wie beispielsweise Gespräche, Rollenspiele oder körperliche Übungen. Nicht dazu zählt die Behandlung durch Medikamente. Sie kann nur von Ärzt:innen, wie beispielsweise Psychiater:innen verschrieben werden. In der Psychotherapie werden mit verschiedenen Ansätzen Methoden und Strategien erarbeitet, um mit psychischen Belastungen besser umgehen zu können.

Rehabilitierung

Die Rehabilitierung ist der Prozess, in dem eine Person wieder zu einem ursprünglichen Zustand zurück findet, beispielsweise in einen gesunden Zustand, den eine Person vor ihrer psychischen Erkrankung hatte.

Selbstfürsorge

Selbstfürsorge, oder im Englischen auch Self Care genannt, ist die Tätigkeit, sich Zeit für das eigene Wohlbefinden zu nehmen und eigene körperliche und psychische Bedürfnisse zu erfüllen.

Selbstverletzendes Verhalten

Der Begriff Selbstverletzendes Verhalten umfasst Handlungen, bei welchen sich eine Person selbst absichtlich verletzt. Das Verhalten umfasst unterschiedliche Handlungen, die verschiedene Ursachen, wie beispielsweise Borderline-Persönlichkeitsstörung, Depression oder Zwänge, haben kann und oft mit dem Selbstwert einer Person einhergeht. Selbstverletzendes Verhalten kann psychotherapeutisch behandelt werden.

Wenn du dich selbst verletzt, sprich mit jemandem darüber. Hier findest du Hilfe.

Suizid

Der Suizid ist eine beabsichtigte, oftmals geplante Beendigung des eigenen Lebens, indem bestimmte Mittel angewendet werden oder auf lebensnotwendige Handlungen verzichtet wird.

Wenn du oder ein:e Angehörige:r von dir an Suizid denkt, sprich mit jemandem. Hier findest du Hilfe.

suizidale Tendenzen

Siehe hierzu:

Suizidgedanken

Suizidgedanken bestehen, wenn eine Person daran denkt, sein:ihr Leben zu beenden und folglich einen Suizid zu vollziehen.

Wenn du oder ein:e Angehörige:r Suizidgedanken hast, sprich mit jemandem darüber. Hier findest du Beratung.

Symptom

Ein Symptom bezeichnet ein Anzeichen einer Erkrankung oder eine Erscheinung, die für eine bestimmte Erkrankung typisch ist. Symptome können beispielsweise Gefühle wie Traurigkeit, Ängstlichkeit oder Gereiztheit sein.

Systemische:r Coach:in

Ein:e systemische:r Coach:in hilft Einzelpersonen, Gruppen oder Firmenteams dabei, Bewältigungsstrategien für den Alltag und/oder die Arbeit zu finden und neue oder vorhandene Potentiale zu entwickeln. Das Ziel wird von der Person oder Gruppe bestimmt, die sich coachen lässt. Vor allem geht es darum, die gecoachte Person oder Gruppe im Zusammenhang mit ihrem Umfeld und ihren Beziehungen zu verstehen und angestrebte Verhaltensweisen zu ermöglichen. 

Ein:e systemische:r Coach:in arbeitet mit Methoden aus der Psychologie. Dabei werden Techniken aus den folgenden Gebieten angewendet:

  • Systemische Therapie
  •  Neurolinguistisches Programmieren
  • Gestalttherapie
  • Transaktionsanalyse
  • kognitive Verhaltenstherapie
  •  Verfahren der Familientherapie
  • Zeit- und Selbstmanagementtechniken
  • Hypnosetechniken
  • Bioenergetik
  • Psychodrama 

Ein Coaching ist kein Ersatz für eine Psychotherapie. Wenn man sich coachen lässt, darf die Selbststeuerungsfähigkeit nicht durch z.B. eine Depression oder Suchterkrankung eingeschränkt sein.

Quelle: Guardian of Mind. FAQ Was ist systemisches Coaching? https://www.guardianofmind.com/faq/

Trans

Der Begriff Trans umfasst transsexuelle, transidente und transgender Personen sowie alle Menschen, die sich nicht mit jenem Geschlecht identifizieren, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Trans ist ein adjektiv und wird von vielen trans Menschen als Eigenbezeichnung verwendet. (Queer Lexikon 2017)

Siehe auch:
→ Trans Mann
→ Trans Frau

Hier kannst du dich weitergehend informieren:

Trans Frau

Eine Trans Frau ist ein Mensch, der sich als weiblich identifiziert, bei der Geburt jedoch nicht weiblich zugewiesen wurde.

Hier kannst du dich weitergehend informieren:

Trans Mann

Ein Trans Mann ist ein Mensch, der sich als männlich identifiziert, bei der Geburt jedoch nicht männlich zugewiesen wurde.

Hier kannst du dich weitergehend informieren: